Website-Optimierung für kleine und mittelständische Unternehmen: Das sind die ersten wichtigen Schritte für neue Websites

Erste Schritte für neue Websites

Wer eine neue Website an den Start bringt, möchte natürlich möglichst schnell von Google und damit potentiellen Kunden gefunden werden. Bis die Suchmaschine die Seite aber entdeckt, kann ein bisschen Zeit vergehen. Die folgenden Punkte verbessern Ihre Ausgangslage und sind auch mit Website-Baukästen wie Jimdo oder in WordPress einfach umzusetzen.

Als Beispiel dient in diesem Artikel ein neu gegründeter Wanderreit-Betrieb in Oberbayern, der Tages- und Mehrtagesritte mit eigenem Pferd oder Leihpferden anbietet.

1. Suchmaschinenoptimierung

1.1 Keywordanalyse

Eine Keywordanalyse ist der erste Schritt bei der Suchmaschinenoptimierung. Suchmaschinenoptimierung bedeutet, die eigene Website (Onpage-Optimierung) und Links, die auf die eigene Website zeigen (Offpage-Optimierung), so zu gestalten, dass sie bei Suchanfragen in Suchmaschinen wie Google möglichst weit oben erscheint. Dies bezieht sich auf die organischen Suchergebnisse – daneben gibt es noch bezahlte Suchergebnisse (z.B. Google AdWords Anzeigen).

Die Keywordanalyse sollte in einem neutralen Browserfenster (bei Chrome: Inkognito Modus, bei Firefox: privates Fenster) durchgeführt werden, sodass sie nicht durch persönliches Nutzerverhalten verfälscht wird. Dies ist generell bei Website-Analysen oder beim „sich-selbst-googeln“ zu empfehlen.

Hilfreich sind bei kleineren Projekten und Nischenthemen die „Auto-Vervollständigungsfunktion“ und die „ähnlichen Suchanfragen“ von Google. Die Liste sollte durch Befragen von Kunden, Freunden und Partnern erweitert werden. Bei komplexeren Themen und einem größeren Spektrum kann der Google Keyword Planner genutzt werden und man sollte die verschiedenen Keyword-Schwerpunkte clustern und Neben-Keywords suchen.

Beispiel für eine einfache Keyword-Analyse

keywordanalyse-beispiel

1.2 Onpage-Optimierung

Startseite
Die Startseite ist die wichtigste Seite für die Suchmaschinen. Deshalb sollten hier alle Haupt-Keywords genannt werden. Positiv sind schon an dieser Stelle längere, gut strukturierte Texte und die Information für den Besucher, worum es auf der Website konkret geht. Viele Webseitenbetreiber scheuen sich vor längeren Texten, diese sind aber zentral für das Suchmaschinenranking und auch viele potentielle Kunden möchten gerne Details zu Produkt oder Dienstleistung erfahren.

Eine gute Struktur erreicht man zum Beispiel durch das Verwenden von Überschriften. Im WYSIWYG („What you see is what you get“) Editor eines jeden Content-Management-Systems findet man diese meistens unter „Paragraph“ o.ä. Die H1 sollte man am Anfang der Seite und nur einmal verwenden, die H2 darf mehrmals vorkommen, ebenso wie die H3. Die Reihenfolgt H1, H2, H3 sollte immer eingehalten werden. In den Überschriften hat man die Gelegenheit, die wichtigsten Keywords zu platzieren.

H-Überschriften in einem WYSWYG-Editor

H-Überschriften in einem WYSWYG-Editor

Eine weitere Möglichkeit, Struktur zu schaffen, sind Aufzählungen und Fett-Markierungen im Fließtext. Das gilt grundsätzlich für alle Unterseiten.

Nicht nur, aber vor allem auf der Startseite, sollten interne Verlinkungen zu anderen wichtigen Bereichen der Seite gesetzt werden. Besser als zu schreiben „Klicken Sie hier“ ist ein sinnvoll benannter Link wie „Hier geht es direkt zur Buchung„.

Unterseiten
Auf jede Seite sollte ein individueller Keyword-Fokus gelegt werden (siehe auch „Metadaten“).

Bei unserem Beispiel kann man zum Beispiel auf der Unterseite „Themenritte“ die nahegelegenen Städte in Zusammenhang mit „Wanderritt“ gut auf einzelnen Seiten als Keyword unterbringen, z.B. für das Keyword „Wanderritt München Umland“.

Metadaten
Metadaten sind Hinweise, die Webseitenbetreiber der Suchmaschine geben können und die der Besucher nicht in jedem Fall sieht. Hier gibt es immer gute Möglichkeiten, die wichtigsten Keywords unterzubringen. In Jimdo findet man die Einstellungen unter „SEO“, bei WordPress gibt es zahlreiche Plugins (Yoast SEO ist das bekannteste) dafür. Sie sollten für jede Seite individuell gepflegt werden.

Für die Metadaten gelten folgende Beschränkungen:

Länge Meta Title: max. ~ 65 Zeichen
Länge Meta Description: max. ~ 160 Zeichen
Das Feld Meta Keywords kann ignoriert werden
Es empfiehlt sich, immer ganze Sätze zu schreiben, die auch gut lesbar sind, und nicht einfach Keywords aneinander zu reihen.

Beispiel http://www.goettlhof.de/wanderreiten.html
Das Keyword aus der Suchanfrage „Wanderreiten Bayern“ findet man im Meta-Title (blaue Schrift – hier wurde das Zeichenlimit überschritten und Google hat den Text gekürzt) und in der Meta Description (schwarze Schrift mit Fettmarkierung darunter) auf Google wieder. Auf der Startseite sind wichtige Keywords (Schnupperwochenende Wanderreiten, Wochenendsternritte, Mehrtageswanderritte, Wanderreiten im Bayerischen Wald) in den H1- und H2- Überschriften und im Fließtext platziert.

Suchmaschinenoptimierung-wanderreiten
Bilder und Dokumente
Es ist immer positiv, wenn Websites multimediale Inhalte (Fotos, PDFs zum Download, eingebettete Videos etc.) haben. Inhalte, die man selbst hoch lädt, sollten einen sinnvollen Dateinamen haben (z.B. anmeldeformular-wanderritt-abenstal.pdf oder logo-wanderreitbetrieb-XY.jpg). Fotos sollten eine Beschreibung (Alt(ernativ)-Text) haben, der das Bild in Worten beschreibt (z.B. „Unser Wanderritt im Sommer 2017 nach Ingolstadt“).

Beispiel für einen sinnvollen Alt-Text

Beispiel für einen sinnvollen Alt-Text – Pflege in WordPress

Fotos sollten außerdem vor dem Hochladen reduziert werden, um die Ladezeit gering zu halten. Hierfür gibt es viele kostenlose Programme, die man sich entweder herunterladen oder online benutzen kann.

Benutzerführung/Menü
Das Menü darf nicht zu überladen sein (maximal sieben Punkte) und die Menüpunkte sollten nicht zu künstlerisch formuliert, sondern eher konkret und aussagekräftig benannt werden. Jede Unterseite schließt idealerweise mit einem sogenannten „Call-to-Action“ ab, also einem Textlink oder verlinkten Button, der zur Kontaktaufnahme/ Buchung aufruft.

1.3 Offpage-Optimierung

Linkbuilding
Gerade wenn eine Website frisch an den Start geht, sollte man sich bemühen, relevante Verlinkungen von Partnern, einigen themenbezogenen Verzeichnissen und am besten offiziellen Stellen zu erhalten. Geeignete Beispiele sind: Tourismusverbände in der Region, die eigene Gemeinde, Wanderreit-Verbände, Fachmagazine.

Google MyBusiness Eintrag
Sehr wirkungsvoll und zudem kostenlos ist ein Google MyBusiness Eintrag. Dieser erscheint, wenn eine ortsbezogene Suchanfrage gestellt wird und nimmt sehr viel Platz in den organischen Suchergebnissen ein. Er kann auch Bewertungen erhalten, was eine große Chance ist. Hier kann man den Eintrag erstellen: https://www.google.de/business/

Google-My-Business-Einträge-Wanderreiten

Google MyBusiness-Einträge für Suchanfrage „Wanderreiten Bayern“

2. Domain & E-Mail-Adresse

Die eigene Domain sollte im deutschsprachigen Raum eine .de –Topleveldomain sein. Daneben kann man sich weitere TLDs und Schreibweisen (mit und ohne Punkt oder Bindestrich) sichern und auf die Hauptdomain weiterleiten. So kann kein Mitbewerber die Domain blockieren. Die E-Mail-Adresse sollte nicht auf @gmx.de oder @gmail.com enden, sondern zur Domain passen. Das macht einen professionelleren Eindruck und die meisten Hostingpakete oder Websitebaukästen haben diese Leitung inklusive.

3. Google Search Console, Google Alerts und Google Analytics

Vor allem für neue Websites ist es wichtig, eine Verbindung zu Google herzustellen. Die Search Console von Google ist eine gute Möglichkeit dafür.

Um zuverlässig zu erfahren, wenn Informationen über das eigene Business oder das eigene Fachgebiet im Internet auftauchen, sollte man einen Google Alert einrichten: https://www.google.de/alerts

Google Analytics ist die verbreitetste Analyse-Software für Websites. Sie liefert wertvolle Informationen über die Anzahl der Besucher und ihr Verhalten auf der Website. Welche Seiten sind am beliebtesten? Besuchen User mehrere Seiten oder verschwinden sie gleich wieder (Bounce-Rate)? Von welcher Quelle kommen die meisten Besucher (Anzeige, organische Suchergebnisse, Social Media, Link)?

Die meisten Website-Baukästen bieten in ihren Hilfe-Seiten eine Anleitung für die Integration von Search Console und Analytics. Bei WordPress helfen Plugins weiter, wenn man nicht direkt im Code arbeiten möchte.

4. Mobile Optimierung und Ladezeit

Eine schnelle Ladezeit und die Optimierung für Mobilgeräte gehören zu den ausschlaggebendsten Rankingfaktoren für Suchmaschinen. Bei der Wahl des Themes ist es heutzutage selbstverständlich, ein responsives zu wählen. Ist die eigene Website noch nicht für Mobilgeräte optimiert, empfiehlt sich dringend ein Wechsel. Auf der Seite https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/ kann man das selbst überprüfen und gleich optimierte Dateien herunterladen. Am einfachsten zu korrigieren sind Bildergrößen – meist werden Bilder viel zu groß oder mit zu hoher Auflösung hochgeladen.

5. Rechtliche Basics

Zu den unverzichtbaren Grundlagen einer neuen Website gehören ein sauberes Impressum und eine sinnvolle Datenschutzerklärung. Sehr hilfreich ist die Seite https://www.e-recht24.de/impressum-generator.html. Wer hier alle Angaben gewissenhaft macht, ist auf der sicheren Seite. Websites, die Nutzungsbedingungen und AGB für einen Shop, evtl. auch noch in verschiedenen Sprachen, benötigen, empfehle ich die kostengünstigen Angebote der https://www.it-recht-kanzlei.de/.

Ebenfalls ein Muss ist die sichere Datenübertragung über ein SSL-Zertifikat. Ob eine Website darüber verfügt, erkennt man an dem grün markierten Anfangsbestandteil „https:“ der URL. Bei den meisten Hostingpaketen und Websitebaukästen ist ein SSL Zertifikat inklusive.

6. Content-Marketing

Sind die Basics abgearbeitet, lohnt es sich, in Content Marketing etwas Zeit zu investieren. Das Prinzip ist Folgendes: Als Geschäftsinhaber kennt man sich mit seinem Metier perfekt aus. Lässt man andere daran teilhaben und verfasst hilfreiche Artikel zu diesen Themen, werden Besucher mit Interesse am Thema durch Googeln auf die Website finden, obwohl sie sie zuvor nicht kannten. Sie nehmen den Autor als vertrauenswürdigen und sympathischen Experten wahr und buchen bzw. kaufen mit etwas Glück oder empfehlen das Business weiter.

Ideen für Content-Marketing für einen Wanderreitbetrieb:

  • Packliste für Wanderritte (PDF)
  • 5 Punkte, an denen man einen guten Wanderreitbetrieb erkennt
  • Kleine Verletzungen bei Reiter und Pferd unterwegs behandeln
  • Ausrüstung fürs Pferd beim Wanderreiten
  • Ausrüstung für den Reiter beim Wanderreiten
  • Die 5 wichtigsten Verhaltensregeln beim Wanderreiten
  • Wanderreiten in Oberbayern: Die schönsten Strecken
  • Etc. – die Themen sind endlos

Auch hier ist wieder Suchmaschinenoptimierung zentral, damit der Inhalt gefunden wird. Wichtig ist es außerdem, nicht alle Texte auf eine Seite zu schreiben, sondern einzelne Artikel zu den jeweiligen Themen zu verfassen – zum Beispiel in einem eigenen Blog.

7. Anzeigenschaltung

Google und Facebook bieten günstige Anzeigenschaltung, die sehr spezifische Zielgruppen erreicht. Je nach Ausrichtung des Geschäftsmodells kann sinnvoll geplante Online-Werbung gute Erfolge bringen und ist Printwerbung in Sachen Messbarkeit und Streuverlusten weit überlegen.

8. Fazit: Die wichtigsten Maßnahmen für neue Websites

Damit Google und die potentiellen Kunden Sie und Ihre Website finden, braucht es nur ein bisschen Mühe und Kreativität – vor allem beim Texten. Wer dabei noch die wichtigsten technischen Anforderungen beachtet, ist seiner Konkurrenz schnell weit voraus – vor allem im Umfeld von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die diesem Themengebiet noch viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken.

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