Jean Paul am Telefon

Schloss Fantaisie vor den Toren der Stadt

Jean Paul (1763-1825) ist ein Dichter der Romantik, der in Oberfranken, unter anderem in Bayreuth,  gelebt hat. Ein großer Verdienst waren seine Wortschöpfungen:  „Gänsefüßchen“, „Eiweiß“ und „Fallschirm“ . Im Bayreuther Tourismusmarketing gehört er zu den großen Vier (J.P., Markgräfin Wilhelmine, Franz Liszt, Richard Wagner). Den berühmten Testimonials werden Jubiläumsjahre, thematische Reisen und Stadtführungen gewidmet und sie werben z.B. auf Tourismusmessen für Urlaub in der Oberfrankenmetropole.

Als regionaler Wanderweg verbindet der ca. 200 km lange Jean-Paul-Weg von Joditz bis Bayreuth die Lebensstätten des Dichters, öffnet er die äußeren Augen für das „Sightseeing“ und die Arkadien-Landschaften von Fichtelgebirge, Bayreuther Land und den Parklandschaften der vier am Wege liegenden Markgrafenschlösser. Der Weg öffnet aber auch die inneren Augen für die geist- und bildreiche Sprache Jean Pauls, die sich in kleinen Portionen auf über 150 Texttafeln präsentiert. – www.jeanpaul-oberfranken.de

Diese Tafeln widmen sich unterschiedlichen Themen oder zeigen Aussprüche des Dichters über den jeweiligen Ort. So eine Tafel steht auch am Schloss Fantaisie, vor den Stadtgrenzen Bayreuths. Thema ist J.P.s Liebe zu Tieren (er hatte u.a. einen Hund und ein zahmes Eichhörnchen). Putzige Idee aus dem pre-mobiles-Internet-Zeitalter: Man kann eine Art Anrufbeantworter per Mobiltelefon erreichen, der einen Text J.P.s abspielt. Und schon scheppert J.P. aus dem Lautsprecher. Zum Beispiel über Sinn und Unsinn von Denkmälern – an der Station „Jean-Paul-Denkmal“. Die Produktionsfirma audiotransit hat die Texte einsprechen lassen und mit Musik gestaltet. Sie sind auf CD erhältlich. Auf einem Übersichtsplan (pdf) stehen alle Telefonnummern und Streckenbeschreibungen.

Das Offline-Mobiltelefon ist jetzt nicht die neueste Innovation im Tourismusmarketing, hier erfüllt es den Zweck aber überraschend einfach und gut. Und es dürfte der vermutlich nicht mehr allzu jugendlichen Zielgruppe eines Dichter-Wanderweges entsprechen. Fazit also: Daumen hoch für Jean Paul am Telefon!

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