QR-Codes im Urweltmuseum

Groß wie ein Haus

Bayreuth hat ein Urweltmuseum. Obwohl alle Bayreuther den lebensgroßen Plastiksaurier mitten in der Fußgängerzone kennen, wissen wohl viele nicht, aus welchem Stall er ausgebrochen ist. Vor 180 Millionen Jahren gab es in Oberfranken ein tropisches Flussdelta – die versteinerten Überreste der Pflanzen und Tiere und eine Vielzahl an Mineralien sind als Exponate im Museum ausgestellt. Seit kurzem bietet das Museum zusätzliche Informationen über QR-Codes an. An der Kasse kann man für 3 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis eines der 5 iPads ausleihen oder – für 2 Euro – das eigene internetfähige Smartphone freischalten lassen.

Beachtlich, dass ein so kleines Museum den Schritt mit der neuen Technik wagt. QR-Codes können in Museen sehr sinnvoll als Alternative zum traditionellen Audioguide oder zur Führung eingesetzt werden. Letztlich gelingt die Integration ins Urweltmuseum aber nicht perfekt. Und das liegt an der Ausstellungsarchitektur. Das Museum in der Bayreuther Fußgängerzone ist bis an die Decke gefüllt mit Exponaten aus den Themenbereichen Fossilien und Kristalle und beherbergt zusätzlich noch weitere Sonderausstellungen (unter anderem eine Fotoausstellung, die gar nicht zum Thema passt). Der Besucher wird selbst im Treppenhaus von Informationen bestürmt. Der ständige Wechsel digital-analog, dazwischen Kinderzeichnungen und eine Filmvorführung – und dann noch das iPad in der Hand, das Aufmerksamkeit möchte – das ist zu viel des Guten. Die Exponate sind wirklich beeindruckend – sie hätten, jedes für sich,  die ganze Aufmerksamkeit des Besuchers verdient.

Partner bei der Umsetzung war NetWorks Marketing AG aus Mannheim. Die ein recht ungewöhnliches Geschäftsmodell hat: Sie stellt den Museen die Technik in einer Public-Private-Partnership komplett kostenlos zur Verfügung. Die Firma ist eine Unternehmensberatung, die vor allem im Customer Relationship Management tätig ist. Das erklärt auch die Benutzungsgebühr und den Umweg über eine App – selbst bei eigenem Smartphone. Für Museen ist das eine tolle Lösung, die ihnen die Investition in Hard- und Software erspart. Wie sich das für die Agentur rechnet? Gute Frage, Vorschläge gern hier im Kommentar.

Ein Kommentar zu “QR-Codes im Urweltmuseum

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