Regensburg: alles neu im Welterbe

Salzstadel & Steinerne

Salzstadel & Steinerne

Seit 2006 ist Regensburg UNESCO-Weltkulturerbe, im Mai 2011 wurde das Besucherzentrum Welterbe eröffnet. Es ist im Salzstadel direkt an der Steinernen Brücke untergebracht, hat 365 Tage im Jahr von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt. Schön! Das senkt zumindest die Hemmschwelle.

Drinnen wartet eine Ausstellung mit fünf Themenbereichen auf die Besucher, vermutlich zumeist Schulklassen und Touristen, außerdem eine „Servicetheke“, eine kleine Filiale der Tourist-Info. Hier bekommt man Broschüren, Auskünfte und Souvenirs. Gut, noch so eine zentral gelegene Anlaufstelle zu haben!

Die Dauerausstellung besteht aus fünf Themenbereichen. Ausgehend vom Welterbetitel Regensburgs gibt die Ausstellung einen Überblick über die Besonderheiten der Stadt und wirft Schlaglichter auf ihre Geschichte.
Stadt Regensburg

SalzstadelSehr gut gefallen hat mir die Architektur – die Integration der Ausstellung in den denkmalgeschützten, historischen Salzstadel mit seinen dunklen Balken und massiven Mauern wirkt modern und leicht. Auf relativ wenig Raum wurde mit bedruckten Raumteilern, Stahl und Glas für Treppe und Aufzug doch sehr viel „Ausstellung“ untergebracht und das altehrwürdige Gebäude gleichzeitig in seiner Trutzigkeit respektiert. Das Untergeschoss mit Schließfächern, Garderobe und Veranstaltungsbereich fand ich ein bisschen unaufgeräumt und eng. Schöne Bilder aus der Bauphase sowie jede Menge Pläne und Modelle gibt es auf der Webseite des Architekturbüros A-U-R-A. Verantwortlich für das MediaDesign ist die Agentur 2av aus Ulm. Auf der Webseite gibt es umfangreiches Bildmaterial zu den digitalen Exponaten.

Globus

Direkt am Eingang steht die Medieninstallation Globus. Ein großer, beleuchteter Globus mit nicht ganz so großen Touchscreens. Sieht toll aus, leider kan man nur mittels Google Maps zu Welterbestätten auf der ganzen Welt fliegen und sieht dann einen wikipediaartigen  Eintrag mit Bild. Es ist auch nicht ganz einfach, einen der dicht gedrängten Orte mit dem Finger zu erwischen.

Das interaktive Stadtmodell

Das interaktive Stadtmodell ist eine reliefartige Übersicht der Stadt, ein Film über die Geschichte Regensburgs läuft an der Wand und es werden Bilder auf das Modell projiziert. Der Besucher kann Knöpfe drücken und so an bestimmte Stellen in der Vorführung springen. Zur Interaktivität würde für mich aber ein bisschen mehr – na eben Interaktion, also Auswahl- und Einflussmöglichkeiten gehören. Vor mir stand ein sehr interessiertes asiatisches Pärchen; entweder sie konnten sehr gut Deutsch oder sie haben sich einfach an den Bildern erfreut – der Text wird nämlich soweit ich sehen konnte nur auf Deutsch angeboten. Genauso wie an den Fernrohr-Stationen, durch die man nicht wie erwartet ans andere Ufer, sondern filmisch in die Geschichte Regensburgs als Stadt am/im Fluss blicken kann. Leider überschneiden sich die Sprechertexte von Stadtmodell und Fernrohren akustisch, sodass es schwierig werden kann, alles zu verstehen – vor allem wenn das Museum gut besucht ist.

TeeeeextInteraktivität ist den Machern besonders wichtig – schließlich wird das Museum zum Pflichtprogramm für sämtliche Schulen im Landkreis gehören. Schön umgesetzt ist dieses Ziel beispielsweise mit der „Kleider machen Leute“-Installation. Per Touchscreen kann man für historische Personen die richtigen Kleidungsstücke zusammenstellen. Ansonsten ist die Ausstellung doch sehr textlastig – und der ist teilweise sehr klein und auf Kniehöhe angebracht.

Übrigens – aus den meisten Fenstern des Salzstadels hat man einen tollen Ausblick – natürlich auf Brücke und Donau, aber auch auf die Wurstkuchl und das (in Stadtführer-Kreisen sogenannte) „Welterbe-Toffifee“ (Bronzehalbkugel mit einem Relief der Stadt oben links auf dem Bild). Noch schöner soll der Blick aus dem Brückturm-Museum treppaufwärts sein – kostet leider zwei Euro Eintritt.

Wurstkuchl und "Welterbe-Toffifee"

Insgesamt hat Regensburg hier ein wirklich repräsentatives Museum  – was vor allem dem beeindruckenden Gebäude zu verdanken ist. Die Ausstellung sieht toll aus, die Exponate werden durch ausgeklügeltes Lichtdesign gut in Szene gesetzt. Ich hätte mir aber mehr und größere Touchscreens gewünscht, auf denen man mit den Patschefingern schöne Fingerabdrücke hinterlassen – und vor allem wirklich interagieren – kann. Museen wie das Ars Electronica Center in Linz zeigen, wie das geht.

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